UNDERNEATH IT ALL

THAT ONE FANTASTIC STORY

Kapitel #1.2

Es war ein ganz normaler Morgen für die junge Marissa, ein ganz normaler Mittwoch wie jeder andere zuvor. Zusammen mit ihrer Managerin war sie bei einem Photoshoot mit dem Starfotographen H. Lindberg gewesen, heute Mittag musste sie noch zum Set von „High Society“. Fast jeden Tag stand sie für die neue Serie vor der Kamera, Freizeit hatte sie wenig seitdem sie im Schwimmbad von einem Modelcoach entdeckt wurde. Trotzdem, Marissa liebte ihre Job, sie liebte den Job und vor allem den Ruhm der ihr dadurch zu Teil kam. Seit dem Tag an, an dem die erste Folge von „High Society“ im Fernsehn lief war sie ein kleiner Star in LA. Die Serie für Jugendliche über Jugendliche ging um eine Clique in NY, besser gesagt um eine Clique der Reichen und Schönen. Und genau einen solchen Ruf hat Marissa nun auch. Sie sah gut aus, besser gesagt nahezu perfekt, und durch ihre Jobs als Model und Schauspielerin hatte sie nun auch viel Geld. Keiner würde wohl glauben, dass Marissa wie jedes andere Mädchen in einem kleinen Vorort LA’s aufwuchs, zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder, ganz unspektakulär.
„Marie, würden sie bitte meine Eltern anrufen und mit ihnen einen Termin für Weihnachten verabreden? Ich würde gerne am 25ten bei ihnen sein, schauen sie wie sie das mit meinen sonstigen Plänen vereinbaren!“ meinte Marissa mit einem befehlenden Ton zu ihrer Assistentin Marie Gellar. Marie begleitete sie nun schon eine Weile und hatte gelernt mit dem Ton der jungen Frau umzugehen, es blieb ihr schließlich auch nichts anderes übrig wenn sie ihren Job behalten würde. „Ich will jetzt erstmal zu Starbucks, ich brauche dringend einen Kaffee… Was steht heute noch an Marie? Außer HS noch irgendein Termin? Ist heute Abend nicht die Party von Tristan?“ Mit schneller Stimme bombardierte Marissa ihre Assistentin mit Fragen, in der Erwartung alle sofort beantwortet zu bekommen. Tristan war ihr bester Freund, und ihr Liebhaber in der Serie „High Society“. Seitdem die beiden sich am Set kennen gelernt hatte verstanden sie sich prima, da beide im Rampenlicht standen, war es allerdings schwer Termine zu finden an denen sie sich treffen konnten.
Mit großen Schritten ging Marissa in ihren Manolo Blaniks auf die Tür des Coffeeshops zu. Ihre Managerin Liza öffnete die Tür, mit einer eleganten Geste schob sie sich die Sonnenbrille in die langen, glänzenden Haare. Marissa wusste genau wie gut sie aussah und liebte es alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Um ihre Hüften legte sich ein kurzer Jeansrock von Chanel, selbst ihre Strickstrumpfhose war von Prada. Als die junge Frau den Laden durchschritt drehten sich nicht nur die Männer nach ihr um, nein, auch die weiblichen Wesen blieben stehen um diese unglaubliche Schönheit zu betrachten. Ein paar Mädchen hielten Marissa einen Stift hin, wollten ein Autogramm, doch sie schob sie mit ihrem Arm zur Seite, schenkte ihren Fans nicht einen Blick. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken schritt sie an der langen Schlange vor der Kasse vorbei, stellte sich direkt vor die Theke. Bei jedem anderen hätten sich die Leute bestimmt beschwert, aber bei Marissa Sophia Davis? Nie im Leben. Hier traute sich noch nicht einmal der vorlauteteste Schuljunge etwas zu sagen.
Mit einer weichen Bewegung warf Marissa ihre Haare hinter die Schulter und blickte in die Augen des jungen Manns vor ihr. Moment mal… den kennst du doch… wer war das noch mal? Das ist doch… Liam!! Oh man… blitzschnell rasten die Gedanken in Marissas Kopf, doch sie ließ sich nichts anmerken. Sie kannte Liam schon lange, die beiden waren früher nebeneinander aufgewachsen, waren die besten Freunde gewesen. Doch dann irgendwann hatten sie sich aus den Augen verloren, hatten sich schon ewig nicht mehr gesehen, erst jetzt, hier im Starbucks, so kurz vor Weihnachten, begegneten sie sich wieder. „Einen… einen Latte Macchiato Haselnuss bitte…“ meinte Marissa mit dem für sie normalen befehlerischem Tonfall, trotzdem hörte sie sich ein wenig nachdenklich an. „Und… noch zwei davon bitte!“ Normalerweise bestellte Marissa nie etwas für Liza und Marie mit, weshalb sich die beiden nun auch völlig erstaunt anschauten. Sie kannten die junge Frau mittlerweile, und wussten dass da irgendetwas nicht stimmen konnte. Die Erinnerungen an ihre gemeinsame Kindheit verdrängend blickte Marissa in Liams dunkle Augen. Sollte ich… nein wenn er dich nicht erkennt, dann ist das vielleicht ganz gut so… dachte sich Marissa und legte eine Hand lässig auf die Theke. Sie merkte sie Blicke der anderen Leute im Rücken und schüttelte noch einmal kurz ihre Haare. Dann ließ sie ihre Tasche von der Schulter gleiten, und nahm ihr Portemonnaie aus der teuren Dior-Bag. „Wie… wie viel macht das?“ normalerweise war es nicht Marissas Art zu stottern oder ähnliches, aber irgendwie brachte sie dieses Wiedersehen vollkommen aus der Fassung.
24.12.06 14:53
 



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