UNDERNEATH IT ALL

THAT ONE FANTASTIC STORY

Kapitel #2.3

Marissa war in Gedanken versunken. Der junge Mann war eindeutig der den sie am Morgen in Starbucks getroffen hatte, da gab es keinerlei Zweifel. Langsam führte sie das edel aussehende Cocktail Glas zu ihren vollen Lippen, und nahm einen kleinen Schluck. Mittlerweile hatte sie kapiert wie das ganze Showgeschäft lief. Man durfte nicht zu viel trinken, betrunken sein oder auch einfach nur angetrunken kam nie gut, aber man durfte auch nie ohne einen Drink in der Hand gesehen werden – anders galt man als Spaßbremse. Bei dem Gedanken an all diese „Regeln“ musste Marissa kurz schmunzeln, man konnte fast sagen dass dieser Verhaltenskodex sich bereits in ihr Gehirn eingeprägt hatte, selbst wenn man sie nachts um 3 wecken würde, wüsste sie noch genau wie sie zu handeln hatte. Immer ging es nur darum wie andere von einem dachten, aber das war nun einmal die Branche, das hatte Marissa schon relativ schnell kapiert.
Sie spielte gerade mit dem Gedanken den jungen Mann anzusprechen, als Anna Popplewell hinter in trat. War ja klar, dass er um sie heute Abend nicht herum kommen würde… dachte Marissa. Sie kannte Anna, jeder kannte Anna, warum, das wusste keiner. Sie war so etwas wie eine Möchtegern Paris-Hilton, nur ohne die reichen Eltern und die Karriereversuche. Man könnte sagen sie war ein nichts, ein absolutes nichts, aber trotzdem war sie auf jeder Promiparty zu finden. Wiederum ist auch hier die Frage nach dem Wieso nicht zu klären. Marissa bekam nicht ganz genau mit um was es in der kurzen Unterhaltung zwischen den beiden ging, das einzige was sie deutlich erkennen konnte war der genervte Gesichtsausdruck den William aufgesetzt hatte. Er schien nicht gerade sehr angetan zu sein von der aufdringlichen jungen Frau. Erst nach einigen Minuten hatte er es geschafft sie abzuschütteln, wie, das wusste Marissa nicht. Den Trick muss er mir mal zeigen… dachte sie mit einem Lächeln und nahm einen weiteren kleinen Schluck aus ihrem Glas.

Sie wollte gerade wieder anfangen abzuschalten, sich an einen angenehmeren Ort träumen, als der junge Mann auf sie zukam. Ja, der Mann den sie in Starbucks gesehen hatte. „Hey Liam, ich bin Marissa!“ meinte sie, setzte ihr professionelles, nettes Lächeln auf, und ergriff seine Hand. Seine Handflächen waren weich, er hatte einen angenehmen Händedruck. Nicht zu weich, was Marissa unglaublich unangenehm fand, das gab einem immer das Gefühl die anderen Person hasst sich selbst, und nicht zu fest, was einen immer denken lässt der andere fühlt sich überlegen. Nein, es war ein perfekter Händedruck, und etwas länger als unbedingt nötig verweilte Marissas Hand in der Liams. Beschämt zog sie sie wieder zurück und nahm einen hektischen Schluck von ihrem Cosmopolitan.
Marissa konnte sich nicht erklären was es war, aber irgendwie machte dieser Kerl sie nervös. Und das war wirklich schwer, denn normalerweise war Marissa viel zu sehr von sich selbst überzeugt um nervös zu sein! „Was führt dich hier her, Liam?“ fragte sie mit einem aufrichtig interessierten Blick, und musterte sein Gesicht. Sie hatte ihn noch nie auf einer dieser „Star“ Veranstaltungen gesehen, und normalerweise waren im Groben immer dieselben Leute anzutreffen, nur selten gab es kleiner Abweichungen auf der Gästeliste.
Es wäre ihr bestimmt aufgefallen, wenn sie ihn schon einmal getroffen hätte, außerdem kam er nicht rüber als wäre er an all die Sachen hier gewohnt.

Marissa am 2.6.07 15:17


Kapitel #2.2

Liam nippte an seinem Tequila Sunrise und lehnte sich an der Bar an. Es war wirklich eine Menge los in dem großen, geschmückten Raum. Liam beobachtete die Menge und hin und wieder fiel ihm ein bekanntes Gesicht auf. Das stand doch tatsächlich Orlando Bloom und unterhielt sich mit Uma Thurman, während keine 2 Meter weiter seine Exfreundin Kate Bosworth mit Hayden Christensen herumturtelte. Es war ein einmaliger Anblick all diese Stars auf einem Haufen zu sehen und Liam musste erneut unweigerlich grinsen. Nach einer weile entdeckte er Kyle, der sich bereits angeregt mit einer blonden Dame unterhielt, die Liam aber leider nur von hinten sah, und deswegen nicht erkannte. Kyle zwinkerte ihm kurz zu und verschwand dann mit ihr auf der Tanzfläche. Liam seufzte kurz und leerte sein Glas, bevor er begann sich selbst auch nach Gesellschaft umzusehen. Er war gerade einmal 10 Minuten hier, aber ihm war nun danach etwas Spass zu haben und ein paar neue Kontakte zu knüpfen. Liams Blick streifte aufmerksam die Menge. Neben sich an die Bar gesellte sich eine Frau, die etwas bestellte. Liam sah nicht zur Seite, obwohl ihre Stimme bereits sehr attraktiv klang. Er wartete, bis sie sich ebenfalls gesetzt hatte und wagte dann einen Seitenblick.
Nein! Das konnte einfach nicht wahr sein! Das war sie! Die Frau aus dem Starbucks! Und jetzt….jetzt sah sie noch schöner aus, als am morgen. Liam konnte es nicht fassen. Sein Blick blieb an ihr kleben und er konnte sich einfach nicht zusammenreißen. Er als ihr Blick den seinen traf, sah er errötend zu Boden und kam sich plötzlich vor, wie ein kleiner Junge, der zum ersten Mal ein Mädchen sieht. Nach einer weile sah Liam wieder auf und bemerkte, dass sie immer noch in seine Richtung blickte. Er starrte in sein Glas und schaute schließlich wieder auf. Er schaffte es tatsächlich sie anzulächeln. Sie sah ziemlich von sich selbst überzeugt aus, strahlte aber gleichzeitig eine unheimliche Wärme aus, die Liam fast das Herz erweichte.
Wieder kam es ihm vor, als würde er sie kennen. Wer, verdammt noch mal, war diese Frau? Und woher kannte er sie? Liam war kurz davor sie zu fragen. Er musste es wissen. Er rief sich in sein Gedächtnis zurück, dass er hier ja kein armer Kellner war, sondern ein reicher Schnösel, der die größte Party des Winters besuchte. Doch da kam der nächste Zweifel in ihm auf. Würde sie ihn etwa wieder erkennen? Wusste sie, wer er war? Das war ein Risiko, was er einging, wenn er sie jetzt ansprach, da sie ohnehin etwas Hochmütiges ausstrahlte. Doch er musste unbedingt mit ihr reden. Er wollte sie unbedingt kennen lernen.
Liam sammelte sich und überlegte sich was er sagen wollte. Sie beobachtete ihn immer noch. Er musste endlich etwas unternehmen. Liam stand auf und setze an, die zwei schritte zu ihr rüber zu gehen, doch jemand klopfte ihm auf die Schulter und er schwang um.
„Hey, mein Name ist Anna Popplewell. Du bist mir irgendwie aufgefallen und ich dachte ich spreche dich mal an. Ich hab dich noch nirgendwo gesehen. Bist du neu hier?“
Liam sah sie an. Er schätze sie noch ziemlich jung ein. Unter 20 noch. Sie hatte ein nettes Lächeln, aber hübsch fand er sie nicht. Liam lächelte und gab ihr seine Hand. „William Essex, ist mein Name, du kannst mich aber Liam nennen. Ja, ich bin noch relativ neu hier…“ Liam überlegte, was er ihr erzählen konnte bezüglich seines Berufes. „mein Dad ist ein englischer Graf und ich studiere hier nun an der UCLA und habe vor kurzem eine kleine Schauspielkarriere nebenbei gestartet“, erklärte er und war stolz auf sich und seine Erklärung. Das war immerhin nicht so übertreiben, wie Kyles Vorschlag, er solle sich als William Shakespeares Erbe ausgeben.
Anna lächelte freundlich und schüttelte seine Hand. Doch Liam gefiel das hier ganz und gar nicht. Keine zwei Schritte von ihm entfernt, saß die Frau seiner Träume und dieses Mädchen hinderte ihn daran, sie endlich anzusprechen. Er wollte keinesfalls unhöflich sein, aber ihm blieb einfach nichts anderes übrig. „Es war schön dich kennen zu lernen, Anna, aber ich habe leider gerade keine Zeit. Vielleicht sehen wir uns später ja wieder“, sagte er schulternzuckend und versuchte so zu klingen, als würde es ihm fürchterlich Leid tun. „Oh, wie schade. Ich kann auch hier warten, wenn du willst“, sagte sie. Mist. Die Kleine ließ nicht locker. Was sollte er jetzt denn machen? „Ähm, nein ist schon in Ordnung, kann auch etwas länger dauern. Sobald ich wieder Zeit habe, suche ich dich, okay?“, schlug er lächelnd vor und betete, dass sie darauf anspringen würde. Natürlich würde er sie niemals suchen, aber er konnte es ja einfach mal behaupten. Er kam sich gerade ziemlich fies vor, aber er musste einfach die Frau von heute morgen ansprechen. Er hatte jetzt keine Zeit für diese Anna. Anna seufzte leicht enttäuscht und stimmte schließlich zu. Liam wartete, bis sie in der Menge verschwunden war und wandte sich dann um ja! Sie saß noch da, mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht. Liam warf alle Zweifel beiseite und ging die letzen Schritte auf sie zu.
„Um…hey, ich bin Liam…“, er lächelte freundlich und streckte ihr seine Hand entgegen. Mit einem lauten Herzklopfen erwartete er ihre Reaktion.
Liam am 25.12.06 15:39


Kapitel #2.1

Es war 5 Uhr als Marissa den Louis Vuitton Shop verließ, der letzte Laden für den heutigen Tag. Endlich hatte sie ein Kleid gefunden, welches ihr gefiel und gleichzeitig auch noch irgendwie etwas Weihnachtliches an sich hatte. Zufrieden drückte Marissa Marie die Tüte in die Hand und stieg in den Wagen. Sie hatte nun noch knapp 2 Stunden Zeit um sich fertig zu machen, beziehungsweise fertig gemacht zu werden. „Mrs Davis? Wir fahren nun zu Luigi, er soll sie fertig machen für heute Abend, Joe wird mit der Limousine um etwa halb 8 da sein, damit wir fahren können. Haben sie noch irgendwelche Wünsche?“ fragte Marie mit vorsichtigem Tonfall, denn an schlechten Tagen konnte es passieren, dass Marissa den Zeitplan alle drei Sekunden änderte, worunter ihre Assistentinnen dann extrem zu leiden hatten. Doch heute war sie gutmütig und schenkte Marie ein Nicken, wenn man sich viel Mühe gab konnte man sogar ein kleines Lächeln entdecken.
Die junge Frau freute sich auf den heutigen Abend, schon letztes Jahr war sie auf dem Snowdown gewesen, und sie erinnerte sich noch immer in den tollsten Farben daran. Es gab in LA einfach keine Party welche mit dieser im Winter zu vergleichen war. Jede Berühmtheit erschien hier, nicht nur aus ganz Amerika, nein sogar Promis aus Europa flogen zu diesem Ereignis extra in die Staaten. Die Gästeliste war so exklusiv, exklusiver ging es kaum, hier kam man wirklich nur mit Einladung rein, auch wenn es jedes Jahr wieder Leute gab die es so versuchten. Vor der Halle in der das Snowdown stattfand standen die Fotographen und Fans immer Schlange, teilweise schon seit dem frühen Morgen nur um einen guten Platz zu ergattern.
Gut gelaunt stieg Marissa vor dem Studio von einem der nobelsten Stylisten aus, hinter ihr folgten Marie und Liza. Schon seit etwa einem Jahr ging Marissa vor jeder Veranstaltung zu Luigi um sich stylen zu lassen, er konnte wahre Wunder vollbringen, dass wusste jeder der schon mal eine seiner „Verwandlungen“ mit angeschaut hatte. Mit wippenden Haaren betrat die junge Frau den Salon und schritt mit stolzen Schritten direkt auf einen der freien Plätze zu. Mit einem kleinen Seufzer ließ sie sich fallen, nur wenige Sekunden später stand Luigi neben ihr. „Marissa my Darling, schön dass du da bist!“ schnell gab der gut aussehende Mann ihr zwei Küsschen auf die Wangen und stellte sich hinter sie. „Wundervoll siehst du mal wieder aus… wie immer!“ meinte er mit einem affektierten Lächeln und fing an an ihren Haaren herumzuspielen. „Danke Süßer, das ist wirklich zu nett!“ erwiderte Marissa auf sein Kompliment. „Du schaust aber auch fantastisch aus, kommst du heute Abend zum Snowdown?“ lächelnd gab Marissa das Kompliment zurück. „Klar, so aber nun lass uns mal schauen was wir mit deinen Haaren und deinem Make-up anstellen… geh dich erst mal umziehen Liebling, dann sehen wir weiter!“ Lachend verließ Marissa, mit der Louis Vuitton Tüte in der Hand, den Raum und schlüpfte aus ihren Kleidern. Schnell zog sie sich das silber-weiß glänzende Kleid über und stieg in die ebenfalls neuen Schuhe. Nur wenige Minuten später trat sie wieder nach draußen. Es war fast so, als würde die Zeit kurz still stehen, alle drehten sich zu der jungen Frau um, Luigi brachte nichts weiter als einen Seufzer zustande. „Hach…. Ich werde mir Mühe geben, dass alles perfekt wird… aber bei deinem Aussehen… das wird nicht schwer!“ meinte er mit leiser Stimme, völlig überwältigt von dem Anblick seiner Kundin. Mit flinken Fingern trug Luigi ein zum Kleid passendes Make-up auf und machte Marissa die Haare. Sie sah einfach wundervoll aus. Zufrieden erhob sie sich aus dem Stuhl, gab Luigi einen Kuss auf die Backe zum Abschied und verließ den Laden. Es war als würden die anderen Leute erst jetzt wieder zu Leben beginnen… wie verzaubert eben von diesem zarten, wunderschönen Geschöpf…

Marissa nahm einmal tief Luft, dann stieg sie elegant aus der Limousine. Sofort empfing sie ein wahres Blitzlichtgewitter, lächelnd blieb die junge Schauspielerin kurz stehen damit die Fotographen einige Fotos machen konnten. Sie war dieses ganze Spektakel mittlerweile gewöhnt, auch wenn es selten so groß war wie beim Snowdown. Langsam schritt sie zur Tür und hielt den Türsteher ihre Einladung hin, was allerdings fast nicht nötig war, schließlich kannte jeder sie aus dem Fernsehn. Die Leute blickten ihr hinterher als die hübsche Frau den Saal betrat und somit für die Öffentlichkeit verschwand. Geschafft… wow der Saal sieht ja wundervoll aus… eindeutig noch besser als letztes Jahr! dachte Marissa und blickte sich kurz um. Sie entdeckte Keira Knightley, allerdings konnte man nicht behaupten, dass die beiden befreundet waren, eher im Gegenteil…
Lächelnd trat Marissa an die Bar. „Einen Cosmopolitan bitte!“ meinte sie zu dem Gutaussehenden Barkeeper und ließ ihre Blicke wieder über die Menge schweifen. Als sie den Mann direkt neben sich erblickte, traf sie der Schlag. Der Junge aus Starbucks… ihr ehemaliger Nachbar…. Was machte der hier?

Marissa am 25.12.06 14:15


Kapitel #2

Liam war völlig außer sich. Er lief, wie ein aufgescheuchtes Huhn, in seiner kleinen Wohnung hin und her. Zuvor hatte er ganze 2 Stunden im Bad verbracht und am Ende festgestellt, dass er genauso so aussah wie vorher. Er kam sich vor, wie irgendeine Diva, aber eigentlich war er einfach nur unheimlich aufgeregt und völlig durch den Wind. Heute war der große Tag. Das Snowdown. Die absolut größte Winterparty der ganzen Welt und er war dabei! Alle würden ihn für irgendeinen einen reichen Schnösel halten und sicherlich würde er auf seine Kosten kommen, zwischen den ganzen partysüchtigen Berühmtheiten in Hollywood. Liam war noch nie auf einer solchen Promiparty gewesen, aber Kyle hatte ihm sehr viel erzählt und Liam hatte durchaus einen Grund aufgeregt zu sein. Wer weiß, wie dieser Abend noch enden würde?
Liam stand vor dem großen Spiegel in seinem Zimmer und hörte nebenan den Fernseher seines Freundes und Mitbewohners, George. „Heute findet die größte Promiparty des Winters statt. Snowdown ist dafür bekannt, die beste Party des Jahres zu sein…die größten Stars…die beste Musik…“ Liam schaltete irgendwann ab und versuchte den Bericht zu ignorieren, weil ihn die Tatsache, dass irgendwie die ganze Welt von dieser Party wusste, unheimlich nervös machte, was er jetzt gerade gar nicht gebrauchen konnte. Liam drehte sich vor dem Wandspiegel hin und her und betrachtete sein Outfit. Er trug keine teuren Klamotten, fand aber, dass sie stilvoll waren und gut aussahen. Hoffentlich bemerkte niemand, dass er weder Prada noch Armani trug. Die Tatsache, dass ihn jemand als Hochstapler entlarven konnte, machte ihn noch nervöser. Er stellte sich schon die Schlagzeile am nächsten Morgen vor „Hochstapler bei Snowdown überführt“. Liam schluckte schwer bei dem Gedanken und fuhr sich ein letztes Mal durch die Haare, bevor er seinem Spiegelbild den Rücken zuwandte und sich auf sein Bett fallen ließ um seine frisch geputzten Schuhe anzuziehen.
Liam saß seit 5 Minuten auf seinem bett und starrte die Wand an, als es endlich an der Tür klingelte. Sofort riss er sich aus seiner Starre und stolperte mehr oder weniger graziös zu der kleinen Wohnungstür. „Hey, na alles fertig?“, fragte Kyle, als Liam ihm die Tür öffnete und ihm Einlas gebot. Liam nickte und grinste etwas gezwungen, als er die Tür hinter seinem Freund wieder schloss.
Kyle trugt einen hellen Anzug und sah tatsächlich richtig vornehm aus, auch wenn Liam sich ziemlich sicher war, dass Kyles Anzug weniger als 200 Dollar gekostet hatte und er sich ihn sicher mit seinem Bruder teilte, denn auch Kyle gehörte eher der unten Einkommensschicht hier in Los Angelas an. „Tolles Outfit“, bemerkte Liams Freund kurz und zwinkerte ihm zu, „du gehst echt für einen reichen Schnösel durch“. Liam grinste und gab Kyle das Kompliment zurück. Liam zog seinen Mantel über, den er extra zu seiner Mom gebrachte hatte, damit sie ihn reinigte Nun sah er aus, wie neu und passte tatsächlich zu dem Rest seiner sorgsam ausgewählten Klamotten für den heutigen Abend. Liam sah Kyle grinsend an, bevor er die Haustür öffnete um seiner Wohnung für diesen tag den Rücken zuzukehren. „Kannst du mir mal die goldenen Eintrittskarten zeigen, die uns gleich in eine völlig andere Welt befördern werden?“
Kyle grinste und zog aus seiner Jackentasche einen kleinen Umschlag. Er zog zwei silbern glitzernde Karten heraus und hielt sie Liam hin. Liam starrte die Freifahrscheine für diesen Abend an und konnte sich ein leicht überhebliches Lächeln nicht verkneifen. Es war tatsächlich kein Traum das waren echte Snowdown Karten! Liam und Kyle verließen die Wohnung und sprangen in Kyles Auto. Die alte Kiste war ziemlich heruntergekommen und so entschlossen sich die beiden das Auto ein paar Blocks von der Partylocation entfernt zu parken, damit sie auch ja nicht unter Verdacht gerieten, doch Hochstapler zu sein. Den Rest des Weges konnten sie dann ja zu Fuß gehen. Nur 10 Minuten später schloss Kyle sein Auto wieder ab und warf Liam einen aufgeregt Blick zu. „Los geht’s“, meinte er und die beiden setzen sich in Bewegung. Am Himmel waren schon die Lichter der Party zu erkennen und Liams Magen verkrampfte sich fürchterlich. Gleich war es soweit. Liam wollte irgendetwas sagen um dieses elende Schweigen zu brechen, aber er war viel zu aufgeregt, als das ihm etwas eingefallen wäre und Kyle schien es ähnlich zu gehen. Die Spannung erdrückte beide.
Als die beiden jungen Männer endlich den roten Teppich erreichten, reihten sie sich hinter einer Reihe der Promis ein, die gerade aus ihren Limousinen gestiegen waren.
„Gott, schau mal, dass ist Keira Knightley!“, sagte Kyle und stieß Liam in die Seite, während er vor sich deutete. Tatsächlich. Liams Herz sank noch tiefer in die Hose. Das war wirklich war. Kein Traum. Er stand hinter Keira Knightley und würde gleich auf der gleichen Tanzfläche tanzen, wie sie. Das war wirklich unheimlich.
„Die Karten bitte, Sir“, sagte eine raue, aber freundliche Stimme und riss Liam aus seinen Gedanken. Liam sah den Kerl in seinem schwarzen Anzug an, aber Kyle hatte ihm schon grinsend die Karten in die Hand gedrückt. Der Mann sah die beiden kurz freundlich, aber musternd an und winkte sie dann durch. Das war es. Sie waren dabei. Kyle sah Liam ungläubig an. So einfach war das? Liam und Kyle drückten sich durch die breite Einganstür und fand sich in einem gläsernen Foyer. Es war ein architektonisches Wunder und Liam kam nicht umher die gläserne Decke anzustarren, bevor ihn eine Frau in Uniform um seinen Mantel bat. Er zog ihn schnell aus und drückte ihn der Frau lächelnd in die Hand, die ihm dafür ein Papierarmband mit einer Nummer umlegte. So was Uncooles gab es sogar auf Promipartys?
Liam und Kyle schritten durch das Foyer und betraten den riesigen, prächtig geschmückten Saal, wo es schon nur so von Leuten wimmelte. Kyle sah Liam an und Liam sah ihn an und beide mussten wieder unweigerlich dumm grinsen. Das war einfach unglaublich. Ohne groß zu überlegen schritten die beiden auf die Bar zu, die eine einzige Augenweide war und mindestens 60 Meter lang war. „Ich hätte gerne einen Tequila Sunrise“, sagte Liam und bekam seinen Wunsch keine 30 Sekunden später serviert. Immer noch grinsend drehte er sich um und ließ sich auf einen Barhocker fallen. Die Party konnte losgehen.
Liam am 25.12.06 12:36


Kapitel #1.4

Mit hoch erhobenem Kopf hatte Marissa den Laden verlassen, und war wieder auf die viel befahrene Straße getreten. Lässig rückte sie sich die Sonnenbrille ins Gesicht und nahm einen kleinen Schluck ihres noch heißen Latte Macchiatos. Neben ihr standen ihre beiden „Mitarbeiterinnen“ wenn man sie so nennen konnte. Normalerweise waren wohl die beiden diejenigen die am meisten arbeiteten, nicht Marissa, aber das sah die junge Frau natürlich anders. „So ihr beiden süßen, was haben wir nun vor?“ fragte sie mit lauter, dominanter Stimme und blickte jeder der Frauen einmal kurz in die Augen. Sie hatte einen sehr guten Tag heute, sonst wäre sie nie auch nur auf die Idee gekommen ihre Assistentinnen bei solchen Kosenamen zu nennen. „Steht noch irgendwas an? Marie das habe ich dich doch vorhin schon gefragt…!“ ein leicht tadelnder Unterton lag in ihrer Stimme, doch dann macht sie einen Wink mit der Hand, wie um zu sagen „ist nicht so wichtig“. Bei ihr sah selbst diese, normalerweise nette Geste, irgendwie arrogant aus.
„Naja, also wir haben jetzt gleich noch einen Termin bei Big FM, diesem großen Radiosender, da sollst du über High Society sprechen. Nun ja das wird etwa eine Stunde dauern denke ich mal, danach müssen wir shoppen gehen, du brauchst dringend ein neues Kleid für die Party heute Abend. Ach ja, die Party von Tristan ist erst nächste Woche, heute Abend ist doch Snowdown!“ Nebeneinander liefen die drei Frauen mit schnellen Schritten auf den schwarzen Mercedes zu, der an der Straßenecke geparkt war. Die hinteren Scheiben waren verdunkelt, vorne saß ein Chauffeur, welcher nur auf sie wartete. Schnell ließ sich Marissa auf die tiefe schwarze Lederbank sinken und legte ihre Tasche neben sich ab. Nachdem auch die anderen saßen und Marie dem Fahrer einige Anweisungen gegeben hatte konnten sie ihr Gespräch fortsetzen. „Okay, also im Radio… nun ja da werde ich wohl dasselbe sagen wie immer oder?! Nichts besonderes… Shoppen ist natürlich ganz nach meinem Geschmack, ich hatte ganz vergessen das heute Abend schon das Snowdown ist! Oh je wir müssen unbedingt bei Chanel vorbei, da gabs doch dieses hinreißende weiße Cocktailkleid…!“ euphorisch erzählte Marissa ihren Assistentinnen von ihren Shoppingen-Plänen. Wenn es um Einkaufen ging, dann war die junge Frau total in ihrem Element, schon immer hatte sie ein Faible für teure Klamotten gehabt. Als 16-jährige war sie oft für die alten Damen in ihrer Nachbarschaft, welche nicht mehr ins Einkaufszentrum wollten, einkaufen gegangen, und hatte sich damit ihre eigenen Markenklamotten finanziert.
Natürlich nickten Marie und Liza begeistert bei jedem Wort welches über Marissas Lippen kam, doch wer die beiden kannte wusste, dass das nur Show war. Ihr Job war es nun mal Marissa zu helfen, zu unterstützen und ihr jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, das ganze hatte rein gar nichts mit wirklichem Interesse zu tun. Lediglich manchmal, beim shoppen, waren die drei jungen Frauen wirklich so etwas wie Freundinnen.
Schnell griff Marissa mit ihren perfekt manikürten Fingernägeln in ihre Handtasche und fischte einen Schminkspiegel heraus. Sie betrachtete sich kurz, richtete ihre Haare und trug neuen Lippenstift auf. Dann warf sie Marie einen fragenden Blick zu, erst nachdem diese genickt hatte steckte sie ihre Schmink-Sachen wieder weg. Vorsichtig ergriff sie wieder den Kaffeebecher von Starbucks, um ja nichts zu verschütten, und nahm einen langen Schluck des heißen Getränks. Marissa leerte meist mehrere solcher Becher an einem normalen Arbeitstag, da sie das Koffein brauchte um wach zu bleiben. Ihr Job war keiner bei dem man abends um 18 Uhr frei hatte, nein, bei ihr fing es da meist erst richtig an. Sich auf angesagten Partys blicken zu lassen war mindestens genauso wichtig wie ein Interview zu geben. In ihrer Branche war es nun mal so, dass alles an deinem Ruf hing, man muss sich sehen lassen, ziel ist es das am Montagmorgen möglichst viele glänzende Fotos von dir in den Zeitungen sind.
Mit Schwung stellte Marissa ihren langen Beine auf den Gehsteig, nachdem Josh, der Fahrer, ihr die Tür geöffnet hatte. Sie schnappte sich im aussteigen noch ihre Tasche und erhob sich aus dem Sitz. Mit wippenden Haaren betrat die junge Frau, gefolgt von ihren Assistentinnen, die Lounge des bekannten Radiosenders. „Ahhhh Miss Davis, wir haben sie schon erwartet!“ kam eine laute, männliche Stimme vom anderen Ende des Raums. Ein großer, gut gekleideter Mann der Mitte Fünfziger kam auf sie zu und legte ihr sanft die Hände auf sie Schultern. Er begrüßte sie mit zwei Küssen, auf jede Backe einen, dann hielt er ihr den arm hin. „Kommen sie mit, wir können gleich anfangen!“ charmant lächelte er Marissa zu, und diese hakte sich bei ihm unter und schritt mit ihm zusammen auf den Aufzug zu.
Nach etwa 45 Minuten kam Marissa wieder aus dem Studio heraus, verabschiedete sich kurz von Mr. Jackes und verließ das imposante Gebäude. Solch ein Radiotermin war mittlerweile totale Routine für den Newcomer und hatte nichts Aufregendes mehr. Da war ihr schon mehr nach Shopping…

Marissa am 25.12.06 09:45


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